Der Umweltaspekt
Brenner Basistunnel setzt auf höchste Umweltstandards und schon während der Bauzeit des Brenner Basistunnels, der von Innsbruck bis nach Franzensfeste führen wird, sollen alle technisch möglichen Maßnahmen gesetzt werden, um Eingriffe in die Natur und Auswirkungen auf Luft, Wasser, Landschaft, Ökosystem und nicht zuletzt den Menschen gering zu halten.
 
Besonderes Augenmerk liegt auf der landschaftlichen Einbindung der Bauwerke. „Die engen Täler des Wipp- und Eisacktales sind sensible Lebensräume. Der Brenner-Basistunnel ist nicht nur eine außergewöhnliche Bauingenieurleistung, sondern auch eine Herausforderung für den Schutz und die nachhaltige Gestaltung“, erklärt Prof. Konrad Bergmeister, Vorstand der Brenner Basistunnel Ges. Im Vorfeld werden vor allem im Bereich der Baustellen und der Tunnelportale ökologische Maßnahmen gesetzt. Baustellenflächen werden mit Erddämmen begrenzt, mit Sträuchern, Steckhölzern und Gräser-Kräuter-Mischungen begrünt, die Felsflanken im Portalbereich zum Schutz vor Naturgefahren stabilisiert und renaturiert.
 
Ausgeklügelte Materiallogistik für Ausbruchmaterial
Beim größten Tunnelbauprojekt Europas fallen insgesamt rund 16 Mio. Kubikmeter Ausbruchmaterial an. Ein optimiertes Materiallogistikkonzept entscheidet über die umweltgerechte Deponierung oder Weiterverwendung. Unverwertbares Material wird in Deponien abgelagert, deren Standorte in unmittelbarer Nähe der Fensterstollen bzw. der Ausbruchstellen liegen. Das Material wird über moderne Förderbandanlagen und unterirdische Stollenverbindungen direkt zu den Deponien transportiert, was aufwändige Transporte und Staub-, Lärm- und Luftbelastung reduziert.
 
Renaturierung von Deponieflächen
Besondere Sorgfalt wird in die Ausgestaltung der Deponien gelegt. Die Einbindung in das Landschaftsbild und eine nachhaltige Nutzung waren Bestandteil der Planung. Derzeit bestockte Wald- und Gehölzflächen werden nach der Deponieschüttung wieder mit standorttypischen und heimischen Baum- und Strauchgehölzen bepflanzt. Die Deponie Padastertal wird an der Oberseite ebenflächig ausgestaltet (siehe Simulation), um künftig eine land- und forstwirtschaftliche Nachnutzung (offene Wald-Wiesengesellschaft) zu ermöglichen und zusätzlich eine nutzbare Fläche von 12 ha zu geschaffen.