Freiwilligenprojekt Obernberg


Freiwillig helfen - Kulturlandschaft erhalten - Bergbauern unterstützen

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Wir freuen uns über Ihre Hilfe beim Einsatz für die Tiroler Kulturlandschaft und geben Ihnen dabei einen tiefen Einblick in die Arbeit der lokalen Landwirte und der dort einzigartigen Naturvielfalt.

Im Obernbergtal südlich von Innsbruck in Tirol und vor den Brennerbergen gelegen, findet man auch heute noch die für dieses Land so typische Kulturlandschaft: Almen, Bergmähwiesen und Lärchenwiesen sind sowohl für Einheimische, als auch für Gäste begehrte Ausflugsziele mit garantiertem Erholungsfaktor. Generationen von Landwirten und Landwirtinnen schufen diese einzigartigen Kulturlandschaften im Schweiße ihres Angesichts und pflegen sie mit viel Aufwand bis heute.

Wir bieten Ihnen die Möglichkeit die Tiroler Kulturlandschaft von „innen“ zu erleben. Tauschen Sie für ein paar Tage das Flimmern des Monitors gegen sanftes Grün blumenreicher Wiesen und lichter Lärchenwälder. Werden Sie Teil eines Teams, das den Landwirten und Landwirtinnen hilft diese wertvolle Kulturlandschaft und damit ein Stück Heimat für uns und zahlreicher Tier- und Pflanzenarten zu erhalten!

Das Projekt ist eine Kooperation zwischen der Schutzgebietsbetreuung Stubaier Alpen, des Tourismusverbandes Wipptal und der Schule der Alm im Valsertal entstanden.


Was steht am Programm?

An zwei Tagen können Sie wie die Bergbauern von Obernberg bei der Erhaltung der schönen Kulturlandschaft helfen. Es wird entweder zum Einsatzort gewandert oder es gibt eine Transfer dorthin. Nach der Ankunft erfahren sie mehr über die Geschichte der Tiroler Landwirtschaft und wir erforschen gemeinsam die Flora und Fauna in ihrem Lebensraum. Am Einsatzort besprechen wir unser Projekt, und dann geht’s los!

An den zwei Terminen werden unterschiedliche Arbeiten gemacht - dies hängt ja auch immer von der Jahreszeit ab und was gerade zu tun ist. Hier die Einsatzorte mit kurzer Beschreibung:

Steiner Alm (Termin im August)

Hier verbringen die Rinder den Sommer und werden gemolken. Die Milch wird vor Ort zu Käse und Butter verarbeitet. Almen gehören in Tirol zu den ältesten Kulturlandschaftstypen und sind wesentlicher Bestandteil der Berglandwirtschaft. Neben gesunden Lebensmitteln und gesunden Tieren bieten sie vielen Tieren und Pflanzen eine Heimat. Auch Almen müssen gepflegt werden. Latschen und Grünerlen müssen regelmäßig zurückgeschnitten werden, damit die Weiden nicht zuwachsen.

Tätigkeiten: Zurückschneiden von Latschen und Grünerlen
Schwierigkeit: mittel

Thaler Bergmähder (Termin im September)

Im Tal gab es früher viele Getreideäcker, denn alle Nahrung wurde selbst erzeugt. Um für das Vieh genug Futter für den Winter zu haben, wurden Wiesen am Berg gemäht und das Heu im Winter mit Schlitten zu Tal transportiert. Auf Grund des bewegten Geländes und zahlreicher Quellaustritte sind die Wachstumsbedingungen abwechslungsreich. Dies bringt, zusammen mit der sehr extensiven Bewirtschaftung, bei der nur alle zwei Jahre gemäht wird, unvergleichliche Pflanzengesellschaften hervor, die wiederum einer Vielzahl an Tieren Lebensraum bietet. 

Auch hier ist unsere Unterstützung wichtig: Als die Bergmähder und Lärchenwiesen noch nicht erschlossen waren, sind mache Bereiche schon einmal brach gelegen. In dieser Zeit sind Grünerlen aufgekommen. Nun sind die Flächen erschlossen und werden wieder bewirtschaftet. Nach der Entfernung der Erlen, kann die neu gewonnen Fläche wieder als Lärchenwiese, oder Bergmahd genutzt werden. In den Bereichen der Quellaustritte findet man Kleinseggenried und Niedermoore. Pflanzengesellschaften, die auf Grund ihrer Seltenheit als besonders schützenswert gelten. Sie sind von Entwässerungsgräben durchzogen, die notwendig sind um die Flächen bewirtschaften zu können. Ohne Bewirtschaftung würden sich Grünerlen ausbreiten und die wertvolle Vegetation verdrängen. Die Pflege der Entwässerungsgräben ist sehr arbeitsintensiv, aber notwendig für die Erhaltung.

1. Tätigkeit: Grünerlen zurückschneiden und die Äste zu Haufen zusammentragen.
Schwierigkeit: mittel
2. Tätigkeit: Entwässerungsgräben im Lärchenwald pflegen
Schwierigkeit: hoch (anstrengend!)

Allerleibrunnen (an beiden Terminen möglich)

Diese Kulturlandschaft gibt es seit über 2000 Jahren! Der Unterwuchs des lichten Lärchenwalds wird als Weide genutzt, und das sehr widerstandsfähige Holz der Lärchen dient als Baustoff, oder Brennholz. Die Weiden zeichnen sich durch eine artenreiche Vegetation und seltene Vogelarten, wie das Birkhuhn oder den Baumpiper, aus. Obernberger Rinder sind praktisch den ganzen Sommer im Freien und genießen diese einmalige Landschaft. Diese Landschaft braucht ständige Pflege: Von den Lärchen fallen Äste zu Boden und die Rinder können dann an dieser Stelle nicht mehr grasen. Sehr schnell wird dann die schöne Weide zu einer unansehnlichen Brache. Auch einzelne Fichten kommen auf der Weide auf. Wenn diese zu stattlichen Bäumen heranwachsen beschatten sie die Weide so stark, dass unter ihnen kein Futter mehr für Rinder wächst und sich der Charakter der Landschaft vom lichten Lärchenwald zum dunklen Fichtenwald wandelt. 

Tätigkeiten: Äste aus der Fläche räumen und zu Haufen zusammentragen; Aufkommende Fichten absägen und zu Haufen zusammentragen.
Schwierigkeit: leicht

Nach der Arbeit ist es ein tolles Gefühl, bei einer Jause das Resultat des eigenen Wirkens zu bewundern, in dem Bewusstsein etwas Sinnvolles geleistet zu haben! 

Zeitlicher Ablauf

  • Begrüßung am Abend des Anreisetags mit Vortrag durch Schutzgebietsbetreuung
  • Arbeitstage: 09:30 Uhr - Begrüßung und dann Fahrt zum Einsatzort (Transferbus)
    10:00 Uhr - 14:00 oder 16:00 Uhr - Arbeit und zwischendurch naturkundefachliche und kulturhistorische Information
    dazwischen Pause mit Erholung, Gedankenaustausch und Jause
    anschließend Heimfahrt mit dem Transferbus
  • 1 Nachmittag auf der Alm (je nach Wetter am ersten oder zweiten Tag) - Blick über die Schulter in der Käserei der Steiner Alm und Verkostung von dem dort produzierten Almkäse

Termine 2020

  • Termin 1: Fr 21.08. – Sa. 22.08.2020 (mit Übernachtung: 20.08. - 23.08.2020)
  • Termin 2: Do 10.09. – Fr. 11.09.2020 (mit Übernachtung: 09.09. - 12.09.2020)

Gebucht werden kann der Termin mit oder ohne Übernachtung. Es sind auch alle Einheimischen herzlich eingeladen, bei diesem Projekt mitzumachen!

Inklusivleistungen bei Übernachtung

  • 3 x Übernachtung inkl. Halbpension in einem Hotel*** (Almi's Berghotel)
  • 2 Tage beim Freiwilligenprojekt begleitet durch einen Bergwander- und Naturführer bzw. der Schutzgebietsbetreuung (Arbeitsgeräte werden bereit gestellt)
  • 1 x Nachmittag auf der Steiner Alm mit Verkostung vom Almkäse
  • Transfer zu den Einsatzorten
  • tägliche Jause (ohne Getränke)

          Preise pro Person inkl. Übernachtung

          • Doppelzimmer mit DU/WC inkl. HP im Almi's Berghotel: € 259,-
          • Einzelzimmer mit DU/WC inkl. HP im Almi's Berghotel: € 319,-

          Ohne Übernachtung für Zusatzleistungen: € 35,-

          Wir empfehlen dringend eine Bergekostenversicherung bei der Bergrettung Tirol für € 28,- (Jahresbeitrag Förderpaket) abzuschließen, falls keine Vorsorge (z.B. über AV-Mitgliedschaft oder private Unfallversicherung) besteht!

          Wichtige Informationen

          Bitte bringen Sie eine entsprechende Ausrüstung mit:

          • Tagesrucksack
          • Trinkflasche (ev. mit Trinkbecher)
          • Taschenmesser
          • Sitzunterlage
          • Entsprechende Berg-Arbeitskleidung (darf schmutzig und kaputt werden)
          • Hemd oder T-Shirt mit langen Ärmeln zum Schutz der Unterarme beim Arbeiten
          • Feste, wasserdichte Schuhe mit gutem Profil
          • Gamaschen (vorteilhaft bei regennassem Unterholz oder Gras)
          • Regenschutz (Jacke + Hose, Regenhut/-kappe)
          • Rucksackregenhülle
          • Arbeitshandschuhe
          • Warme Kleidung (Arbeitsflächen bis 2000m!)
          • Wechselbekleidung (bei Nässe!)
          • Kopfbedeckung (Haube, Stirnband, etc.)
          • Sonnenschutz (Kappe, Brille, Creme)
          • Falls vorhanden kleine Rucksackapotheke

          Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Wenn Sie im Wipptal nächtigen, dann können Sie kostenlos ab Innsbruck oder Brenner mit Zug und Bus anreisen, vor Ort bekommen Sie dann eine Gästekarte, die als Fahrkarte während des Aufenthalts gilt. Ab Innsbruck bzw. ab Brenner verkehren halbstündlich bzw. stündlich Regionalzüge (S-Bahn 3/4) nach Steinach am Brenner. Mit der Buslinie 4146 kommen Sie anschließend ins Gschnitztal. Fahrpläne siehe: www.vvt.at