Naturjuwele im Wipptal - schützenswerter Genuss

18.03.2026

Daniela Achmüller

Das Wipptal beherbergt auf beiden Seiten der Brennerfurche beeindruckende Schutzgebiete – wilde Bergwelten, blühende Almlandschaften und stille Bergseen. Darunter das Landschaftsschutzgebiet Nößlachjoch–Obernberger See–Tribulaune, das Ruhegebiet Stubaier Alpen und das Natura-2000-Gebiet Valsertal.

Interview

Wir haben mit Kathrin Herzer (rechts im Bild), Schutzgebietsbetreuerin im Wipptal, gesprochen und sie gefragt, was diese Naturschätze so besonders macht – und wie wir dazu beitragen können, sie zu erhalten.

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Kathrin, du bist Schutzgebietsbetreuerin im Wipptal. Was kannst du uns über deine Arbeit erzählen?

Das Wipptal ist ein echtes Naturparadies. Zusammen mit einer Kollegin und einem Kollegen kümmere ich mich um diese Region. Unsere Aufgabe ist es, mit gezielten Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Gestaltung der Natur- und Kulturlandschaften beizutragen, um sie auch für zukünftige Generationen zu erhalten. Ein wichtiger Teil unserer Arbeit ist es auch, das Miteinander von Mensch und Natur zu fördern.

Einer der bekanntesten Plätze in den Schutzgebieten ist der Obernberger See. Was macht ihn so einzigartig?

Der Obernberger See ist wirklich ein Juwel. Schon beim Aufstieg durchwandert man uralte Kulturlandschaften: lichte Lärchenwiesen und artenreiche Flächen. Hier gedeihen besonders viele verschiedene Pflanzenarten, die auch zahlreiche Tierarten, vor allem Insekten anlocken. Sogar den Grünspecht kann man beobachten, der sich dort an Ameisenhügeln bedient – das ist immer wieder ein toller Moment. Weiter führt die Wanderung über historische Almgebiete, die bereits im 13. Jahrhundert bewirtschaftet wurden. Oben öffnet sich das Tal zu einem beeindruckenden Hochgebirgspanorama mit dem See, eingebettet zwischen schroffen Dolomitwänden des Obernberger Tribulaun, Almflächen und Grenzbergen. Auch seine Entstehungsgeschichte durch einen nacheiszeitlichen Bergsturz macht ihn besonders.

Ein Blick über den Obernberger See im Tiroler Wipptal

Wie sieht es mit der Tierwelt im See aus?

Das Wasser ist so klar, dass man die Fische direkt beobachten kann. Im Obernberger See leben unter anderem Koppen, Saiblinge, Forellen und Elritzen. Die Koppe braucht besonders sauberes, sauerstoffreiches Wasser – ein gutes Zeichen für die hohe Qualität dieses Lebensraums.

Wanderungen zum Obernberger See sowie auch entlang des Rundweges sind nicht nur im Sommer ein wahrer Genuss

Das klingt idyllisch. Aber es gibt auch Herausforderungen für den See, oder?

Ja. Im Sommer steigt die Wassertemperatur, dadurch nimmt der Sauerstoffgehalt ab und der Wasserspiegel sinkt mitunter deutlich. Das belastet die gesamte Lebensgemeinschaft. Zusätzlicher Stress entsteht durch Baden oder Bootfahren. Auch Rückstände von Sonnencreme können das empfindliche Ökosystem beeinträchtigen.

Die Steiner Alm auf 1.737 m ist nicht nur wegen ihrer traumhaften Lage mit Blick auf den Tribulaunstock ein lohnendes Ziel – sie ist vor allem bekannt für ihren preisgekrönten Almkäse, der täglich frisch auf der Alm produziert wird. Auch mit Kindern gut erreichbar: Vom Parkplatz Obernberg einfach dem Weg zum Obernberger See folgen, an der Kapelle links abzweigen – und schon wartet echtes Tiroler Almerlebnis.

Was empfiehlst du Besucherinnen und Besuchern, die den See erleben möchten?

Am schönsten ist es, den See zu Fuß rundum zu erkunden oder einfach am Ufer zu verweilen. So kann man das Farbenspiel des Wassers, die Bergkulisse und die besondere Ruhe dieses Naturjuwels genießen – und gleichzeitig dazu beitragen, es zu schützen.

Einkehr-Tipp: Die Steiner Alm

Der preisgekrönte Käse von Senner Thomas ist längst über das Wipptal hinaus bekannt

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