Essbares Grün - Vielfalt vor der Haustüre

03.11.2026

Natürliche Kostbarkeiten wachsen im Wipptal direkt auf unseren Wiesen, Bergmähdern und an Waldrändern. 
Vom Frühling bis zum ersten Schnee versorgt uns die Natur mit wertvollen Heilpflanzen, schmackhaften Kräutern und bunten Blüten. 
Drei dieser Pflanzen sind dir bestimmt schon einmal begegnet. Wir stellen sie dir etwas genauer vor.

Wildkräuter richtig sammeln

Beim Pflanzensammeln gibt es einiges zu beachten. Verwende zur Bestimmung der Pflanzen Bestimmungsbücher und nimm die Pflanze nur mit, wenn du dir zu 100% sicher bist, dass du die richtige Pflanze in den Händen hältst. Noch nicht blühende Pflanzen sind schwer zu bestimmen - warte besser die Blüte ab. 
Die beste Sammelzeit ist am späten Vormittag an einem sonnigen Tag. Sammle nur an sauberen Orten und nicht entlang von Hundewegen, Straßen, frisch gedüngten Wiesen oder intensiv bewirtschafteten Feldern. 
Sammle immer mit Umsicht und Zurückhaltung und lasse der Natur und den Tieren auch noch genug von der Pflanze. Außerdem ersetzen medizinische Anwendungen nicht den Gang zum Arzt. Auch in der Schwangerschaft und Stillzeit oder bei Medikamenteneinnahme dürfen verschiedene Pflanzen nicht verwendet werden. 
Gib gesammelte Kräuter am besten in eine Tragestasche aus Papier oder leg sie in einen Korb. Zum Trocknen kannst du die Kräuter zuhause ausbreiten, aber nicht in der direkten Sonne. Wenn nur Blätter verwendet werden sollen, zupfe diese vor dem Trocknen vom Stängel ab. 

Eine Frau sitzt mit einem Korb in der Wiese und sammelt Kräuter | © Sebastian Speidel
Kräutersammeln
Mehrere Personen stehen im Kreis und schauen gemeinsam Kräuter an
Kräuterbestimmung

Die Brennnessel: Heilpflanze des Jahres 2022

Die Brennnessel blüht von Juli bis Oktober und wird 10 - 150 cm hoch. Sehr wohl fühlt sie sich vor allem an nährstoffreichen Plätzen wie Waldrändern, Ufern und Gärten. Mit ihren grün-weißen Blütenrispen und den eiförmig, zugespritzten Blättern wirkt sie auf den ersten Blick zwar unscheinbar, in der Brennessel steckt aber erstaunlich viel Pflanzenkraft: 

  • Aus frischen oder getrockneten Blättern lässt sich Brennesseltee kochen. Dieser enthält viel Folsäure und wirkt entwässernd. 
  • Als Frühjahrsgemüse werden die jungen Brennnesseltriebe wegen ihres hohen Gehalts an Flavonoiden, Mineralstoffen wie Magnesium, Kalzium und Silizium, Vitamin A und C (etwa doppelt so viel Vitamin C wie Orangen), Eisen, aber auch wegen ihres hohen Eiweißgehalts geschätzt. 
  • Für Raupen und Schmetterlingsarten wie Admiral, Tagpfauenauge und Kleiner Fuschs sind Brennnessel eine wichtige Futterpflanze. 
  • Brennnesseljauche versorgt andere Pflanzen mit Phosphor, Kalk, Eisen und Kali. Auch Blattläuse lassen sich damit erfolgreich bekämpfen. 

Das Gänseblümchen 

Von März bis November blüht das Gänseblümchen auf Wildwiesen oder an Wegrändern. Die Blätter des Gänseblümchens sind eiförmig-länglich und werden ca. 40 mm lang und 20 mm breit. Es folgt dem Sonnenlicht, öffnet die Blütenköpfe bei Sonne und schließt diese bei Regen oder wenn es dunkel wird. Außerdem gehört das Gänseblümchen zur Familie der Korbblütler. 

  • Als Salbe bei Abschürfungen oder Prellungen kann das Gänseblümchen unterstützend wirken. 
  • Bei Husten wird das Gänseblümchen gerne als Tee getrunken. 
  • Gänseblümchen schmeckt gut in Kräuterbutter oder Kräuterquark und erinnert entfernt an Feldsalat. 

Der Löwenzahn

Diese bienenfreundliche Pflanze blüht von März bis Mai und wird bis zu 30 cm hoch. Die Samen des Löwenzahns verbreiten sich durch den Wind und auch durch das Pusten, was der Pflanze den Beinamen "Pusteblume" gibt. Der Löwenzahn wächst mit Vorliebe auf stickstoffreichen (Fett-)Wiesen, Schotter und in Gärten. 

  • In Form von Tee kann der Löwenzahn als wirkungsvolle Heilpflanze für Leber und Niere verwendet werden. 
  • Die Löwenzahnwurzel enthält in hoher Konzentration den Bitterstoff Taraxin. In den Löwenzahnblättern sind außerdem Gerbstoffe, Inulin, Cholin, Flavonoide, Vitamine und Mineralstoffe mit hohem Kaliumanteil vorhanden. Durch diese Zusammensetzung wirkt der Löwenzahn stoffwechselanregend, harntreibend und daher auf den gesamten Körper entgiftend. 
  • Aromatische, junge Löwenzahnblätter können frisch zu Löwenzahnsalat oder Smoothies verarbeitet werden. Auch gedünstet als Spinat oder als Zutat für Risotto sind Löwenzahnblätter schmackhaft.
  • Für Löwenzahntee werden bevorzugt die älteren Blätter verwendet. 
     

Kräuter im Zeichen der Jahreszeit

Je nach Jahreszeit begegnen uns in der Natur ganz unterschiedliche Pflanzen: Nach einem langen Winter sprießen kräftigende und nährende Kräuter.  Danach steht vor allem das Sammeln zarter Blätter und duftender Blüten im Mittelpunkt.
Im Herbst hingegen finden wir verstärkt kräftigere Pflanzen: Blätter und Wurzeln, die uns mit ihrer konzentrierten Energie durch die kalte Jahreszeit begleiten und stärken.

Kräuterkurs "Kräuterduft trifft Bergsteigerdorf"

Erlebe die Kraft der Natur und der Kräuter in den Wipptaler Bergen mit dem Kräuterkurs "Kräuterduft trifft Bergsteigerdorf". 

Immer mehr Menschen suchen in ihrer Freizeit die Ruhe und Kraft der Natur – sie gehen in die Berge, um loszulassen, aufzutanken und sich zu erden. Manche spüren dort eine besondere Energie, beginnen den Gesetzen der Natur zu vertrauen und orientieren sich wieder stärker am natürlichen Jahreslauf.
In unserem Kräuterkurs möchten wir dich einladen, tiefer in diese Kraft der Natur einzutauchen. Wir vermitteln dir altes Wissen rund um Kräuter, machen dich mit ihrer Heilkraft vertraut und zeigen dir, wie vielseitig und wohlschmeckend sie sein können.

Ausgangspunkt für unsere gemeinsamen 3 Kurstage ist der Alpenblumengarten in Schmirn – ein wahres Paradies, das von 18 engagierten Patinnen und Paten liebevoll gepflegt und erhalten wird.

 

Kräuter werden zum Trocknen auf einem sauberen Tuch ausgelegt | © Sebastian Speidel
Kräuter trocknen
Eine Frau hält ein Kraut an die Nase um daran zu riechen | © Sebastian Speidel
Kräuter riechen

Quellen

  • Kostbares Wipptal - Wildkräuter nutzen & Gärten entdecken, Elisabeth Mayr, Tatjana Ossanna, Cilli Schönegger, Kostbares Wipptal 2021/22
  • www.kostbarenatur.net 

Weitere Blog Beiträge